Geschichte der Stadtbibliothek

Überblick über die vergangenen 100 Jahre
   
07.06.1903 Eröffnung der "Volksbibliothek" mit 190 Bänden in einem Dachgeschossraum der heutigen Elly-Heuss-Knapp-Schule. Erster ehrenamtlicher Leiter wird der königliche Seminarlehrer Otto Trösken. In späteren Jahren wird die Einrichtung unter der Bezeichnung "Städt. Volksbücherei" geführt. Der Buchbestand erreicht 1929 5.000 Bände.
Nov./Dez. 1930 Die Bücherei bezieht zwei umgebaute Klassenzimmer im Erdgeschoss der evangelischen Knabenmittelschule an der Hohenzollernstraße. Platzmangel, das Fehlen eines Leseraums und das lästige Treppensteigen waren schon seit mehreren Jahren bemängelt worden.
1933 Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten macht die Gleichschaltung auch vor den Bibliotheken nicht halt. Missliebige Titel werden ausgesondert und durch NS- Propagandaliteratur ersetzt. Unter dem Strich geht der Bücherbestand ständig zurück, die Ausleihzahlen verringern sich drastisch (1932: 13.600 Bücher, 1933: 6.700 Bücher).
September 1939 Umzug in die ehemaligen Räume der Handwerkskammer an der Roonstraße 2. Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges wurden die bisherigen Räume in der Hohenzollernstraße von der Lazarettverwaltung genutzt.
1945 Nach einer letzten Neuanmeldung im März blieb die Bücherei nach Kriegsende zunächst geschlossen.
26.02.1947 Behelfsmäßige Wiedereröffnung mit ca. 3300 Büchern. Der erhebliche Rückgang resultierte aus Plünderungen nach Kriegsende und aus der Entnazifizierung des Buchbestands.
April 1947 Die Bücherei bekommt erstmals eine bibliothekarisch ausgebildete, hauptberufliche Leitung. Bis dahin war die Bibliothek nebenberuflich von Lehrerinnen und Lehrern betreut worden.
1948 Umzug in das ehemalige Brauereigebäude Friedrichstraße 12 (mit dem Bau der Stadthalle abgerissen), das als Verwaltungsgebäude der Stadt Gütersloh genutzt wurde.
1951 Der Bücherbestand erreicht wieder 5.000 Bände. Entliehen werden knapp 15.000 Bücher.
1952 Die Volksbücherei wird an den Leihverkehr der Deutschen Bibliotheken angeschlossen.
1954 Die Jahresausleihe steigt auf über 22.000 Bücher an. Der Bücherbestand umfasst mitllerweile über 10.000 Bücher.
1959 Neueröffnung im Erdgeschoss des Gebäudes Schulstraße 7 (heute: Schulstraße 22). Der Umzug wurde möglich, weil die zuvor hier untergebrachte Stadtkasse ins neu gebaute Rathaus umzog. Gegenüber der bisherigen Thekenausleihe sind die Bücher erstmals frei zugänglich aufgestellt (Freihandausleihe).
1960 Es beginnt der Aufbau einer Kinderbücherei.
1962 Die Wochenöffnungszeit wird von 16 auf 26 Stunden erhöht. Eine Zeitschriftenabteilung wird eingerichtet, der Aufbau einer Fremdsprachenabteilung beginnt.
Der Bücherbestand umfasst mittlerweile 18.000 Titel, die 50.000mal entliehen wurden (1960: 30.000 Entleihungen, 1961: 40.000 Entleihungen)
1964 Umbenennung in "Stadtbücherei". Die Ausleihe steigt auf über 62.000 Titel an.
1965 Die Aufhebung der Benutzungsgebühren zum 01.04. bringt einen weiteren Anstieg der Entleihungen (93.000 Titel im Jahr 1965), der sich auch in den folgenden Jahren fortsetzt.
1966 Erweiterung der Räume um das erste Obergeschoss. Zugleich wird im Erdgeschoss ein Leseraum mit Nachschlagewerken, Zeitungen und Zeitschriften eingerichtet. Die bisherige Nutzfläche von 230 Quadratmetern verdoppelt sich dadurch.
1971 Der Bücherbestand liegt nun bei über 40.000 Titeln und wird ca. 120.000mal ausgeliehen. Die Öffnungszeit wird auf 28,5 Stunden wöchentlich ausgeweitet.
1978 Die Bücherei besteht 75 Jahre. Eröffnung einer Zweigstelle im damaligen Schulzentrum West, heute Anne-Frank-Schule, als öffentliche Kinder- und Jugendbibliothek.
Der Medienbestand erreicht dadurch knapp 75.000 Medieneinheiten, die rund 220.000mal entliehen werden. Auf die modellhaft eingerichtete Zweigstelle entfallen davon 9.000 Medieneinheiten mit 42.000 Entleihungen.
Im selben Jahr verabschiedet der Rat der Stadt Gütersloh eine "Konzeption für eine neue Stadtbibliothek".
1979 Die Hauptstelle kann nach dem Auszug der Musikschule nun auch das zweite Obergeschoss nutzen und dadurch seine Publikumsfläche noch einmal erweitern. Im Juni schließen die Stadt Gütersloh und die Bertelsmann AG einen Gesellschaftsvertrag zur Gründung der Stadtbibliothek Gütersloh GmbH, die von Anfang an als Modellbibliothek konzipiert ist.
April 1982 Baubeginn des neuen Bibliotheksgebäudes an der Blessenstätte.
Juni 1982 Die Bertelsmann AG überträgt ihren Geschäftsanteil an die Bertelsmann Stiftung.
Dezember 1983 Die Stadtbücherei an der Schulstraße beendet ihren Ausleihbetrieb. Ihre Beschäftigten werden Mitarbeiter der Stadtbibliothek Gütersloh GmbH, der Bestand wird in das neue Gebäude an der Blessenstätte überführt.
04.05.1984 Eröffnung der neuen Stadtbibliothek an der Blessenstätte mit 100.000 Medien und 45 Wochenöffnungsstunden (Schulstraße: zuletzt 22 Stunden wöchentlich).
Februar 1994 Neugestaltung und Erweiterung der Kinderbibliothek
November 1996 Eröffnung des Internetcafés
Januar 1998 In direktem Blickkontakt zur Kinderbibliothek wird die Elternbibliothek eröffnet.
August 1999 Eröffnung der Computerbibliothek im zweiten Obergeschoss.
2002 Mit einem Bestand von 140.000 Medieneinheiten, 706.000 Ausleihen und 332.000 Besuchen schreibt die Stadtbibliothek bislang nicht erreichte Rekordzahlen.
2003 Die Stadtbibliothek feiert im Juni das 100jährige Bestehen der öffentlichen Bibliothek in Gütersloh. Ab Juli gilt eine neue Wochenöffnungszeit von 37 Stunden.
November 2004 Der neu konzipierte und erhebliche erweiterte Jugendbereich wird als Jugendbibliothek neu eröffnet.
November 2006 Eröffnung der neuen Abteilung "Generation Plus" im ersten Obergeschoss.
Mai 2009 25-jähriges Jubiläum der Stadtbibliothek an der Blessenstätte.



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